Wir sprechen über Gefühle mithilfe eines Gefühlsmikados
Sprachanlässe über Spiele schaffen
„Man kann nicht nicht kommunizieren.“ Dies ist ein sehr berühmtes Zitat von dem Psychologen Paul Watzlawick. Dies gilt für Erwachsene und gleichermaßen für Kinder. Denn lange bevor Kinder sprechen können teilen sie sich über Körpersprache, Laute und Mimik mit. Das Wort Körpersprache beinhaltet nicht ohne Grund das Wort Sprache. Mithilfe von nonverbaler Kommunikation kann man sogar viel mehr ausdrücken als mit Worten. Bevor Kinder Zweitwortsätze bilden kombinieren sie Wort und Gesten um sich mitzuteilen, so zeigen sie beispielsweise auf Dinge und schütteln den Kopf, wenn sie etwas Bestimmtes nicht wollen.
Wesentlich für den Spracherwerb der Kinder ist, dass sie bei ihren Bemühungen wahrgenommen werden und merken, dass sie damit das Verhalten ihres Umfeldes beeinflussen. Daher ist es auch für uns als pädagogische Fachkräfte ganz besonders wichtig, dass wir aufmerksam sind. Viele konkrete Dinge, die sichtbar oder greifbar sind lassen sich viel einfacherer benennen als Gefühle. Fühle ich Wut, Trauer oder Freude? Gefühle einzuordnen und zu benennen ist oft eine Herausforderung für uns und erst recht für die Kinder. Wenn die Worte noch fehlen gibt es dennoch viele Möglichkeiten den Kindern einen Zugang zur Verbalisierung ihrer Gefühle zu eröffnen.
Im CockPit der Gefühle haben wir ein Gefühlsmikado erstellt, dass dabei hilft über Gefühle ins Gespräch zu kommen. Zuerst haben wir uns auf den Weg in den Park gemacht und Stöcke gesammelt, die dann anschließend mit vier verschiedenen Farben gekennzeichnet wurden. Wir starten mit vier Gefühlen und ordnen jeder Farbe ein Gefühl zu: Wut, Trauer, Freude und Angst. Um starten zu können fehlt jetzt nur noch ein farbiger Würfel. Und so funktioniert das Spiel: Die Mikados werden alle in die Hand genommen und gleichzeitig fallen gelassen, anschließend wird gewürfelt. Sie liegen kreuz und quer aufeinander, man darf nur die Mikados ziehen, dessen Farbe man gewürfelt hat. Hier ist Geschicklichkeit gefragt: Die andersfarbigen Stöcke sollte man dabei nicht berühren. Nun kommt der eigentliche Gedanke des Spiels zum Vorschein: Welche Farbe habe ich gezogen und für welche Farbe steht das Gefühl? Man kann so Sprachanlässe schaffen und über die verschiedenen Gefühle intensiv mit den Kindern in den Austausch gehen.